Workshops Donnerstag 19.09.2019, 13-16 Uhr

Workshop 1:

Ein Meer an Geschichten, ein Meer an Erfahrungen: Erzählungen und was sie für uns tun können (Workshop mit Fokus auf Reflektierendem Schreiben)
Dr. Vera Kalitzkus

„Inside every patient there’s a poet trying to get out. …
My ideal doctor would ‘read’ my poetry“ (Anatole Broyard, Intoxicated by my illness)

Hintergrund

Erzählen und Erzählungen sind ein Kernelement menschlichen Miteinanders: Sie ermöglichen es, andere Menschen in ihrem Leben und Erleben zu begreifen. Wo ist das nötiger als in der Onkologie, in der so viele unterschiedliche Erfahrungswelten aufeinandertreffen und dies häufig in Verbindung mit existentiellen Fragen? Meist werden Geschichten, die in diesem Kontext erzählt werden, vom jeweiligen medizinischen/psychotherapeutischen Verständnis her interpretiert und in die eigene Fachsprache „übersetzt“ – ein notwendiger, aber zwangsläufig die Bedeutungsvielfalt reduzierender Schritt.

Im Workshop werden Methoden aus dem Feld der narrativen Medizin mit Fokus auf Reflektierendem Schreiben vorgestellt und gemeinsam erprobt. Die Übungen zielen darauf ab, für die Bedeutung von Erzählungen an sich zu sensibilisieren. Sie ermöglichen – jenseits von beruflichem Handlungsdruck – die Erfahrung unterschiedlicher Lesarten und Interpretationsmöglichkeiten. Durch Reflektierendes Schreiben über eigenes Erleben und berufliches Handeln können Wahrnehmungen, implizite Werte und Theorien, welche die alltäglichen Handlungen beeinflussen, erkennbar werden.

Es sind keine spezifischen Vorerfahrungen mit Schreiben notwendig. Erforderlich sind lediglich Neugier und die Bereitschaft, sich auf diese Form des Selbsterkennens einzulassen. Sie ermöglichen es, sich selbst über die entstandenen Texte „zu lesen“ (Max Frisch). Reflektierendes Schreiben kann so zu einem Werkzeug professioneller Entwicklung werden.

Ziele

Sensibilisierung für unterschiedliche Bedeutungsebenen von und Umgang mit Erzählungen; Praktisches Erproben des Reflektierenden Schreibens; Kennenlernen von und Arbeit mit literarischen Krankheitstexten.

Keywords

Reflektierendes Schreiben, Narrative Psychoonkologie, Krankheitserzählungen

Teilnehmende max: 20

Kurzvorstellung des/r Workshop Leiters/in

Dr. disc.pol. Vera Kalitzkus, medical anthropologist und Mentorin für wertorientierte Persönlichkeitsbildung, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Allgemeinmedizin (ifam) des Universitätsklinikums Düsseldorf. Themenschwerpunkte: Familienmedizin, narrative Medizin.

Workshop 2

Coaching / Supervision für onkologische Teams – eine praxisorientierte Einführung in die psychodynamische Beratung
Dr. Beate West-Leuer

Abstract

Die Arbeit mit krebskranken Patienten, oft durch ein multiprofessionelles Team, geht mit psychischen Belastungen einher, die eine Tendenz haben, sich im Behandlungsteam zu re-inszenieren. Teamsupervision oder Führungskräftecoaching können (auch) in der Onkologie dazu beitragen, solche Belastungen abzufedern und im günstigen Fall zu bearbeiten. Psychodynamische Beratung in den Formaten „Supervision“ und „Coaching“ gründet auf einem komplexen Bild vom Menschen in seiner Arbeitswelt. Psychodynamische Beraterinnen und Berater legen das Augenmerk darauf, wie Individuen und Teams auf der Folie ihrer beruflichen Primäraufgabe und im Sinne ihrer Klientel professionell Wirksamkeit entfalten. Von besonderem Interesse sind dabei die vordergründig irrational erscheinenden Wirkmechanismen. Bei der Analyse dieser Mechanismen ist die Beratungs-Beziehung das wichtigstes „Beratungsinstrument“. Neben der theoretischen Einführung in die beziehungsorientierte Beratung soll diese anhand praktischer Beispiele vorgestellt und ausprobiert werden. Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind eingeladen, eigene Fallvignetten einzubringen.

Dr. phil. Beate West-Leuer, Psychologische Psychotherapeutin, Senior Coach (DBVC), Supervisorin (DGSv) und Lehrsupervisorin, Lehrbeauftragte an der medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Vorstandsvorsitzende des Instituts Psychodynamische Organisationsentwicklung und Personalmanagement Düsseldorf e.V. (POP)

Workshop 3

Psychoonkologische Fallarbeit mit kollegialer Intervision
Dr. Katrin Reuter, Dr. Klaus Lang

Abstract

Die Reflexion von Therapie- und Beratungsprozessen im Kollegenkreis stellt eine wertvolle Methode für die eigene berufliche Weiterentwicklung und Qualitätssicherung dar. Erstmalig soll auf der PSO-Tagung die Möglichkeit genutzt werden, sich überregional und aus verschiedenen Fachbereichen zusammen zu finden, um Fälle aus der beratenden und psychotherapeutischen Tätigkeit vorzustellen und zu diskutieren. Die intervisorische Arbeit wird von den beiden Leitern moderiert.

Das Vorgehen im Workshop ist dabei folgendermaßen konzipiert: Die Fallvorstellung der Teilnehmer mündet in eine konkrete Frage, zu der sie sich von den anderen Teilnehmerinnen Eindrücke und Anregungen wünschen.  Es kann dabei ebenso um methodische Fragen wie um Fragen zum Therapie- oder Beratungsprozess gehen. Ein besonderer Fokus soll auf die therapeutische Beziehung gelegt werden.

Die Teilnehmerzahl ist auf 12 begrenzt.

Worshop 4

Train the Trainer: Kommunikation in der Onkologie
Prof. Dr. Wolf Langewitz

Der Kurs richtet sich an Kolleginnen und Kollegen, die Erfahrungen haben im Vermitteln von ‚Mitteilen schlechter Nachrichten‘ oder die beabsichtigen, in nächster Zeit solche Kurse durchzuführen.

Basierend auf den Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden inhaltliche und didaktische Herausforderungen identifiziert, mögliche Alternativen besprochen und ausprobiert. Typische Problembereiche könnten sein: Teilnahme an Rollenspielen, Einbinden von Schauspielern, Vermitteln von Informationen und Aufgreifen von Emotionen.

Prof. em. Dr. med. Wolf Langewitz, ehemaliger Chefarzt der Klinik für Psychosomatik in der Inneren Medizin des Universitätspitals Basel. Weiterbildung als Internist und Psychotherapeut mit den Hauptverfahren tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie und kognitive Verhaltenstherapie. (Mit-) Herausgeber des Uexküll seit 1996; verantwortlich für das Curriculum kommunikative und soziale Kompetenz für Medizin-Studierende Universität Basel (2002-2016). Geschäftsführender Leiter der Silser Balintwoche (2011-2019). Interessiert an phänomenologischer Philosophie und ihrer Anwendungen in der Humanmedizin.

Workshop Freitag 20.09.2019, 16-19 Uhr

Managing Cancer and Living Meaningfully (CALM):

A Workshop on its Application in Clinical Practice
Dr. Gary Rodin

This interactive workshop will demonstrate the application of Managing Cancer and Living Meaningfully (CALM), a brief, supportive-expressive psychotherapeutic approach developed for patients with metastatic cancer and their caregivers.  Delivered by a wide range of health care providers, CALM is intended to help such individuals manage the adaptive challenges of advanced disease, to live meaningfully despite disease progression and to face the end of life.   The workshop will address the therapeutic process and content of CALM and how theoretical constructs related to mentalization and relational and attachment theory are utilized in its clinical application.   These dimensions will be highlighted and illustrated with videotaped segments of CALM sessions with patients and their caregivers from diverse cultural groups.

Teilnehmer auf max. 50 begrenzt