Symposium Neue Medien

Freitag, 24.09.2021 13:30 bis 15:00 Uhr

Internet- und Mobil-basierte Angebote können durch ihre orts- und zeitunabhängige Unterstützung dazu beitragen, die psycho-soziale Versorgung von Menschen mit einer Krebserkrankung und deren Angehörigen zu verbessern. Es werden verschiedene Online-Angebote vorgestellt und deren Möglichkeiten und Herausforderungen diskutiert.

Digitale Perspektive

Digitalisierte Psychoonkologie

Prof. Dr. Harald Baumeister, Universität Ulm

Digitalisierte Ansätze zur psycho-sozialen Diagnostik und Intervention stellen eine attraktive Möglichkeit zur Optimierung der onkologischen (Begleit-)behandlung dar. Auf Basis einer Internet- und mobile-basierten Erfassung bio-psycho-sozialer Einschränkungen kann eine bedarfsgerechte Planung, Durchführung und Ergebnismessung entsprechender Maßnahmen erfolgen. Internet- und mobile-basierte Interventionen (IMI) zur Verbesserung der entsprechenden Einschränkung sowie zur Gesundheitsförderung und dem Training bedeutsamer Kompetenzen und Skills bieten eine skalierbare, zeit- und ortsunabhängige Möglichkeit zur psychoonkologischen Versorgung. Hierbei kommen für sich stehende Stand-alone-Anwendungen, aber auch mit den vor-Ort-Angeboten verzahnte „blended care“ Ansätze in Frage. Der Vortrag bietet eine State-of-the-art Übersicht zu Internet- und mobile-basierten diagnostischen und interventionellen Ansätzen, die sich auch für die psychoonkologische Versorgung anbieten. Beispiele zu laufenden psychoonkologischen Studien aus der eigenen Abteilung (ACTonCancer, W-Decide, PartnerCare, iCALM) illustrieren Möglichkeiten und Herausforderungen. Der Vortrag endet mit einem Ausblick auf die nächste Generation digitalisierter Anwendungen unter Bezugnahme auf künstlich-intelligente Diagnostik (z.B. Digital Phenotyping optimierte Diagnostik) und Interventionsmöglichkeiten (z.B. Just-in-tim Interventionen, Chatbots).

Online Perspektive

Ein psychoonkologisches Online-Training für Partner*innen von Menschen mit einer Krebserkrankung (PartnerCARE): Ergebnisse der Feasibility-Studie

Daniela Bodschwinna, Universitätsklinikum Ulm

Partner*innen von Menschen mit einer Krebserkrankung sind Unterstützer und Betroffene zugleich. Bestehende psychosoziale Angebote (z.B. face-to-face Therapien) für Partner*innen werden häufig wegen der zeitlichen und logistischen Einschränkungen nicht wahrgenommen. Das entwickelte Online-Training PartnerCARE ist ein flexibles und niederschwelliges Angebot für Partner*innen, welches spezifisch für ihre Bedürfnisse entwickelt wurde. Das Training beinhaltet psychoedukative, verhaltenstherapeutische sowie imaginative Inhalte und besteht aus 6 Hauptlektionen, einer Auffrischungslektion und 4 wählbaren Zusatzlektionen. Während der Bearbeitung werden die Teilnehmer*innen von einem e-Coach durch Feedbacks begleitet.

Der Vortrag stellt die Ergebnisse der zweiarmig parallel randomisierten kontrollierten Feasibility-Studie vor (PartnerCARE (N=30) vs. Wartekontrollgruppe (N=30)). Zu drei Zeitpunkten (Baseline, Post-Treatment, Follow-up) werden von den Partnern*innen Online-Fragebögen ausgefüllt. Für die Rekrutierung wurden verschiedene Ansätze gewählt (online, offline, direkt oder über den Patienten).

Dies ist die erste Studie im deutschsprachigen Raum, die ein psychoonkologisches Online-Training speziell für Partner*innen von Menschen mit einer Krebserkrankung entwickelt und evaluiert. Aufgrund der Zeit- und Ortsunabhängigkeit ist ein Online-Training gerade für Partner*innen geeignet. Mithilfe der Ergebnisse der Feasibility-Studie wird das Online-Training PartnerCARE überarbeitet und daraufhin mit einer randomisierten kontrollieren Effektivitätsstudie auf seine Wirksamkeit überprüft.

App-Perspektive

Mika – Eine App für Menschen mit Krebs

Dr. Jan Simon Raue, Fosanis GmbH Berlin

Beschreibung folgt