Symposium Update Integrative Medizin in der Onkologie

Samstag, 25.09.2021 09:00 - 10:30 Uhr

Zum Einstieg gibt Prof. Dr. Klaus Kramer eine fundierte Einführung mit einem Überblick über die Ziele und Inhalte, eine begriffliche Klärung – (alternativ, komplementär, integrativ – inkl. Pathogenese / Salutogenese), zum politischen Hintergrund und bereits anerkannt praktizierter Realitäten sowie zum Kontext der Evidence Based Medicine.
Frau Prof. Dr. med. Jutta Hübner aus Jena gibt einen Überblick zur wissenschaftlichen Fundierung der integrativen Medizin auf Basis der S3-Leitlinie „Komplementäre Medizin in der Onkologie“, gefolgt von Herrn Dr. Axel Eustachi (München), mit einem anwendungsorientierten Beitrag zu Einsatzmöglichkeiten inklusive Indikationsstellung einzelner Maßnahmen aus den Schwerpunkten klassische Naturheilverfahren und Traditionelle Chinesische Medizin.

 

 

Einführung

Einführung in die Integrative Medizin
Prof. Dr. Klaus Kramer, Ulm

Ausgehend von Definitionen der Integrativen Medizin durch das Consortium Integrative Medicine (2004, USA) und die WHO, mit Differenzierung zur Alternativmedizin und/oder Komplementärmedizin, folgen Betrachtungen zur WHO Traditional Medicine Strategy 2014-2023, zum NATO-report 2015, zu Konzepten integrativer Onkologie am MD Anderson & Memorial Sloan Kettering Cancer Centers in Houston & New York mit Bezugnahme zur Phillips Gesundheitsstudie Zukunft und der aktuellen Situation in Deutschland. Betrachtungen zu Pathogenese (das Krankmachende bekämpfen) und Salutogenese (das Gesundmachende fördern) zeigen, dass beide Qualitäten unverzichtbar sind und dabei weniger konkurrierend als vielmehr synergistisch kooperierend für das Wohl unserer Patient*innen integrativ zusammen wirken wollen – um in Einklang mit Evidence based Medicine (EbM) unseren bestens informierten, selbstbestimmten Patient*innen auch in der Zukunft gerecht werden zu können.

 

 

Perspektiven

Perspektiven einer Integrativen Medizin – wissenschaftliche Fundierung in der S3-Leitlinie Komplementäre Medizin in der Onkologie
Prof. Dr. Jutta Hübner, Jena

Patienten haben den Wunsch, selber aktiv zu werden, ihre Lebensqualität und die Prognose zu verbessern. Damit haben wir die hohe Verantwortung, Ihnen hier eine gute, zuverlässige und sichere Leitschnur zu geben. Die Komplementäre Medizin bietet hierzu viele Möglichkeiten, wenn wir Chancen gut verstehen und Risiken minimieren.  Dieses Safety first ist eine wichtige Leitschnur in der S3 Leitlinie in den Kapiteln der biologisch basierten Verfahren gewesen – der Vortrag wird diese Perspektive und die Gegenperspektive der anderen Kapitel darstellen und kritisch diskutieren.

 

 

Praxis

Aus der Praxis der Integrativen Medizin – mit Schwerpunkt Naturheilverfahren und Traditionelle Chinesische Medizin
Dr. med. Axel Eustachi, München

Das Angebot an komplementären unkonventionellen Verfahren ist für Betroffene und Behandler*Innen gleichermaßen schwer überschaubar. Umso wichtiger ist eine Orientierung an möglichst Evidenz-basierten Methoden. Häufig bleibt in der Praxis jedoch nur der Versuch mittels erfahrungsheilkundlicher Methoden, die Symptomatik der Betroffenen zu bessern. Ein zusätzlicher Aspekt der Begleitung onkologischer Patient*Innen ist die Stärkung der noch vorhandenen gesunden Regulationskräfte zur Besserung der Lebensqualität und Erhaltung der Therapierbarkeit durch häufig nebenwirkungsbelastete konventionelle Verfahren. Der Vortag erläutert an praktischen Beispielen häufiger Beschwerden von Tumorpatient*Innen , wie eine aus schulmedizinischer Sicht akzeptable und aus naturheilkundlicher Sicht sinnvolle Integration beider Vorgehensweisen möglich ist.   

 

 

Gemeinsame Diskussion

zusammen mit Christa Hasenbrink (Landesvorsitzende der Frauen-Selbsthilfegruppe Baden-Württemberg) und

Gabriele Blettner (Mitglied des Vorstands der WPO) im Austausch mit dem Auditorium