Psychoonkologie – Brücken bauen zwischen Forschung und Praxis

Die 19. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie findet vom 23. bis 25.09.2021 aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie digital statt, in Kooperation mit der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und dem Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU).

Bei der Planung für diese Jahrestagung konnten wir alle nicht ahnen, wie der Ausbruch der Corona-Pandemie unsere Welt und unser Zusammenleben verändern würde. Wir wurden auch in unserem professionellen Handeln innerhalb kürzester Zeit in einen bis dahin nicht vorstellbaren Krisenmodus versetzt. Dabei haben wir auch erfahren, wie onkologische Patienten aufgrund ihrer Gefährdung und Isolation unter diesen Veränderungen besonders leiden und sich sorgen, dass sie in unserem Bemühen um eine bestmögliche Therapie und Begleitung aus dem Fokus geraten könnten.

Einander helfen, nachbarschaftlich und interdisziplinär, einfühlsam und engagiert - vielerorts lernen wir neue Formen der Zusammenarbeit und vermeintlich alte Werte des Zusammenhaltens wieder neu kennen. Gerade in der Psychoonkologie kam es zum Wohle der Patienten stets darauf an. Deshalb gilt es gerade für uns, noch stärker Brücken zu bauen, insbesondere zwischen Forschung und Praxis.

Qualitätsgesicherte Arbeit in der Psychoonkologie orientiert sich, wie andere Bereiche der Medizin auch, an empirischer Evidenz und Behandlungsleitlinien, um Patienten und ihre Angehörigen möglichst wirksam bei der Krankheitsbewältigung zu unterstützen, die Belastungen zu reduzieren und Lebensqualität zu fördern. Um nicht nur signifikante, sondern auch substantielle und relevante wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, ist der Einbezug von klinischem Fach- und Behandlungswissen unerlässlich.

Unter enger Berücksichtigung dieser beiden Aspekte werden die ersten beiden Hauptvorträge veranschaulichen, wie die Digitalisierung und künstliche Intelligenz die zukünftige Medizin verändern werden (Prof. Dr. Udo Kaisers) und welche Rolle Einsamkeit bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von körperlichen und seelischen Belastungen spielt (Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer). Außerdem wollen wir die Entwicklung der Psychoonkologie aus somatischer und psychologischer Perspektive unter die Lupe nehmen.

In den Workshops gibt es die Möglichkeit, das Repertoire körpertherapeutischer Interventionen kennenzulernen (Bernhard Kleining), das Spannungsfeld zwischen Intuition, Technik und Haltung in der Kommunikation behutsam auszuloten (Prof. Dr. Wolf Langewitz), die sanfte Wirkung der Nutzung hypnosystemischer Ressourcen zu erleben (Norbert Gelse), wertvolle Hinweise für eine förderliche Begleitung von Kindern krebskranker Eltern zu erhalten (Martin Goeth) oder sich mit Kolleginnen und Kollegen über psychoonkologische Behandlungsfälle auszutauschen (Dr. Karin Reuter, Dr. Klaus Lang).

Auch auf dieser Tagung gibt es wieder Gelegenheit, sich im ‚Pairing-with-colleagues’-Programm mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen auszutauschen.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie unser Programm anspricht und wir uns virtuell auf der Tagung alle gesund wiedersehen: möglichst auch mit Ihrem Beitrag. Die Tagungsregistrierung kann hier vorgenommen werden.

 

Klaus Hönig (Leitung)
Harald Gündel (Co-Leitung)

Daniela Bodschwinna, Katharina Hörner, Katarina Schmauder und Norbert Gelse (lokales Tagungsteam)