Patient.Arzt.Krankenhaus. Psychoonkologie im Spannungsfeld komplexer Systeme.

Die 18. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie findet vom 19. bis 21.09.2019 in Düsseldorf auf dem Gelände des Universitätsklinikums Düsseldorf statt, diesmal in Kooperation mit dem Universitätstumorzentrum (UTZ) / Centrum für Integrierte Onkologie (CIO-D).

Das Rahmenthema der Tagung will sich mit dem Spannungsfeld beschäftigen, in dem die Psychoonkologie als Teil der multi- und interprofessionellen Onkologie steht. Solche findet in Deutschland überwiegend an sektorenübergreifend organisierten Organkrebs- und Onkologischen Zentren und in onkologischen Rehabilitationen statt, die als „Systeme“ ihre ganz eigene (oft unbewusste) Dynamik entfalten: mit entsprechenden Auswirkungen auf Patienten, Angehörige (Charlotte Link) und alle diejenigen, die in diesen Systemen arbeiten. Mithin wird es um Probleme der Vermittlung an den Schnittstellen (Kommunkiation) und zwischen den einzelnen Akteuren gehen (Wolf Langewitz, Alexander Wünsch & Frank Vitinius), um bisher wenig beachtete Faktoren wie Arbeitsklima oder Führungskultur (Nicole Ernstmann), um den Umgang mit Behandlungsfehlern (David Schwappach) und wesentlich um den Umgang mit dem Tod (Gary Rodin, Christian Schulz-Quach, Anna Bergmann).  Wie können solche komplexen Systeme in Richtung Patientenorientierung verändert werden?

Die wissenschaftlichen Hauptvorträge werden ergänzt durch medizin-historische und künstlerischen Perspektiven: es erwartet Sie eine medizin-historische Führung auf dem Gelände des Uniklinikums, welches Stationen der Entwicklung vom Sanatorium zu einem modernen Großklinikum nachzeichnet (Ulrich Koppitz), sowie eine Begegnung mit Krankenhaus-Geistern (Lars von Trier) und deren psychoanalytische Filmbetrachtung (Dirk Blothner).

In den Workshops und Seminaren gibt es die Möglichkeit, die Bedeutung von Erzählungen von Patienten auf andere Weise für sich zu erschließen (Vera Kalitzkus), Methoden der Gestaltung und Reflexion von Teamprozessen kennenzulernen (Beate West-Leuer), sich mit Kolleginnen und Kollegen über psychoonkologische Behandlungsfälle auszutauschen (Karin Reuter, Klaus Lang), die eigenen didaktischen Fertigkeiten bei Kommunikationstrainings für Onkologen zu verbessern (Wolf Langewitz) oder einen Einblick in die evidenzbasierte psychotherapeutische Kurzintervention CALM (Managing Cancer and Living Meaningfully) zu gewinnen (Gary Rodin).

Neben den freien Beiträgen (Vorträge und Poster) wird es drei Symposien geben, die neue Versorgungsformen in der Psychoonkologie, Bindung und Psychotherapie, sowie Kommunikation zum Thema haben. Drei Educationals vermitteln den aktuellen Stand in der onkologischen Diagnostik und Therapie bei Brustkrebs, Darmkrebs und Hautkrebs.

Wir wollen aber auch neue Wege der Begegnung und des Austausches finden. Weniger erfahrene Kolleginnen und Kollegen werden die Möglichkeit haben, sich im ‚pairing-with-colleagues’-Programm mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. In interaktiven Formaten (Falldiskussion) und ungewohnten Präsentationsformen (Pecha Kucha) werden wir versuchen neue Perspektiven zu gewinnen. Und natürlich wollen wir auch miteinander feiern und tanzen (Tagungsfest im Boosthaus).

Wir freuen uns sehr, wenn Sie neugierig geworden sind und wir uns auf der Tagung in Düsseldorf wiedersehen: möglichst auch mit Ihrem Beitrag. Das ‚call-for-abstracts’ läuft bereits und die Registrierung für Teilnehmer ist jetzt möglich (s. Registrierung).

  

André Karger (Leitung)

Peter Albers (Ko-Leitung)

Dominik Fugmann, Stephanie Schipper-Kochems, Linda Fröhlich, Christina Lange (lokales Tagungsteam)