Umgang mit Trauer bei Hinterbliebenen von Patientinnen und Patienten mit einer Krebserkrankung

Viktoria Schmidt und Julia Deller (Leipzig)

Für viele Angehörige stellt eine möglicherweise lebensbedrohliche Krebserkrankung eines nahestehenden Menschen ein besonders schwer zu bewältigendes Lebensereignis dar. Intensive Gefühle von Trauer, teilweise vor, aber insbesondere nach dem Verlust eines geliebten Menschen begleiten viele Angehörige durch diese herausfordernde Zeit. Während die Trauer in vielen Fällen nach einiger Zeit nachlässt, entwickeln einige Betroffene eine anhaltende Trauerstörung, die mit funktionalen Einschränkungen einhergeht.

Die Anhaltende Trauerstörung (ATS) wurde inzwischen als Diagnose im ICD-11 und DSM-5-TR aufgenommen. Für die Behandlung haben sich in kontrolliert-randomisierten Studien sowohl face-to-face Therapien als auch Internettherapien als wirksam erwiesen. Diese, in der Regel kognitiv-behavioralen Psychotherapieprogramme, dienen der Behandlung eines dysfunktionalen Umgangs mit Trauer und haben das Ziel, funktionale Beeinträchtigungen der Betroffenen zu reduzieren.

Im Workshop werden theoretische Hintergründe, sowie empirische Forschungsergebnisse zur Trauer von Angehörigen nach einem Verlust eines nahestehenden Menschen vorgestellt. Es erfolgt eine Einführung in die Diagnostik und Behandlung der anhaltenden Trauerstörung anhand von evaluierten und manualisierten Therapieprogrammen und ausgewählten Materialien (face-to-face Therapie und onlinebasierte Schreibtherapie). Die Inhalte werden anhand von Fallbeispielen illustriert.

Lernziele:

  1. Kenntnisse über Diagnostik, Verlauf, Risiko- und Schutzfaktoren der Anhaltenden Trauerstörung erlangen
  2. Praktische Einblick in die Behandlung der Anhaltenden Trauerstörung erhalten anhand von ausgewählten Beispielen
Viktoria Schmidt

Viktoria Schmidt, M. Sc. Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin in Ausbildung (Verhaltenstherapie) und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung Psychische Gesundheit an der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikum Leipzig.

Julia Deller

Julia Deller, M. Sc. Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin in Ausbildung (Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie) und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung Psychische Gesundheit an der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikum Leipzig.