Sexualität und maligne Erkrankungen

Prof. Dr. Uwe Zimmermann (Greifswald)

Vielen Menschen ohne körperliche und psychische Beeinträchtigungen fällt es schwer, ihre sexuellen Wünsche zu kommunizieren. Es ist anerkannt, dass Krebserkrankungen und deren Therapien Auswirkungen auf die Sexualität der Betroffenen und ihre Partner haben. Im Falle einer Krebserkrankung potenziert sich die „Sprachlosigkeit“ von Betroffenen, wenn sich nach und während einer Therapie sichtbare und/oder nicht gleich zu sehende körperliche Veränderungen eingestellt haben. Es können unmittelbare und mittelbare Auswirkungen unterschieden werden. Unmittelbare Auswirkungen haben Krebserkrankungen wie das Mamma-, Vulva,- Zervix-, Korpus-, Prostata-, Hoden und Peniskarzinom. Zu den mittelbaren Auswirkungen auf die Sexualität zählen die Folgen von Krebsbehandlungen. Diese sind u. a. Blasen- und Darmentleerungsstörungen, Immunschwäche, Haarausfall und Lymphstauungen. Darüber hinaus haben Krebserkrankungen auch seelische Folgen entweder durch die Erkrankung selbst oder deren Behandlung. Diese können Angst, Aggression, Vereinsamung und Depression sein. Die Erschütterung der geschlechtlichen Integrität, die Ablehnung des eigenen Körpers, mit Vermeidung der Nacktheit und sexueller Aktivitäten, wirken sich ebenfalls negativ auf das sexuelle Erleben und Verhalten aus. Selbstzweifel und die Angst nicht mehr anerkannt zu sein, nicht mehr zu genügen, können zum Rückzug in der Beziehung führen.

Im Rahmen des Workshops erhalten Sie Informationen über die Einflüsse der Krebserkrankungen und deren Therapien auf die Sexualität in der Partnerschaft. Sie lernen die Grundzüge der syndiastischen Sexualtherapie zur Erfüllung der psychosozialen Grundbedürfnisse kennen.

Prof. Dr. Uwe Zimmermann

Prof. Dr. med. habil. Uwe Zimmermann

Universitätsmedizin Greifswald; Klinik und Poliklinik für Urologie