Möglichkeiten der personalisierten Medizin aus Sicht der translationalen Spitzenforschung

PD Dr. Vivek Venkataramani

Die personalisierte Onkologie verspricht eine passgenaue, auf molekulare Tumorprofile abgestimmte Therapie – und wird zunehmend zum neuen Standard bei fortgeschrittenen und seltenen Krebserkrankungen. Gleichzeitig stellt sie Ärztinnen, Patientinnen und das Versorgungssystem vor neue Herausforderungen: Komplexe Diagnostik, unsichere Evidenzlagen und ungleicher Zugang treffen auf hohe Erwartungen und existenzielle Belastung.

Aus Sicht der translationalen Krebsforschung beleuchtet dieser Vortrag, wie interdisziplinäre Molekulare Tumorboards, Multiomik-Technologien und nationale Netzwerke wie das NCT/DKTK MASTER-Programm personalisierte Therapien ermöglichen – und wo Grenzen liegen. Anhand konkreter Fallbeispiele wird gezeigt, wie individualisierte Behandlungsstrategien nicht nur therapeutische Optionen eröffnen, sondern auch ethische, kommunikative und psychosoziale Fragestellungen aufwerfen.

Im Fokus stehen die Fragen: Wer profitiert – und wer bleibt zurück? Wie gelingt gerechter Zugang in einem Hochtechnologie-System? Und was braucht es, um personalisierte Medizin auch menschlich zu gestalten? Ziel des Vortrags ist es, klinische und psychoonkologische Perspektiven zusammenzuführen – für eine Krebsmedizin, die sowohl personalisiert als auch persönlich ist.

Vivek Venkataramani, Department of Internal Medicine II, Medical Oncology, University Hospital Würzburg; National Center for Tumor Diseases (NCT) WERA, 97080 Würzburg, Germany.